Notarkosten



Ein Wohnungskauf unterliegt gesetzlichen Formvorschriften. Der Kauf einer Wohnung kann nur durch einen notariellen Kaufvertrag rechtswirksam zustande kommen. Dieser Kaufvertrag wird durch den Notar beurkundet und in dessen Urkundenrolle mit Datum und Aktenzeichen eingetragen. Für diese Tätigkeit muss der Notar seine Notarkosten berechnen. Diese kann er aber nicht frei ansetzen, sondern er muss sich dabei nach der Kostenordnung richten.Die Kostenordnung für Notare ist degressiv gestaffelt. Je höher der Geschäftswert ist, desto geringer sind die prozentualen Gebühren. Selbstverständlich sind die Notarkosten für ein Objekt, das 100 000 Euro (207 Euro) kostet niedriger, als die Notarkosten für ein Objekt, das 200 000 Euro (375 Euro) kostet. Für die Beurkundung eines Kaufvertrages fällt eine volle Gebühr nach dem jeweiligen Geschäftswert (=Kaufpreis) an. Hinzu kommen noch kleinere Gebühren für Auslagen, Dokumentenpauschalen, Grundbuchauszüge etc.. Der Notar kann sich weigern, die von ihm beim Grundbuchamt vorzunehmenden Handlungen vorzunehmen, solange seine Notarkosten nicht bezahlt worden sind.



Wer sich vor seinem geplanten Wohnungskauf genauer über die Höhe der ihm entstehenden Gebühren informieren will, sollte sich an den Notar wenden, der den Kaufvertrag beurkunden soll. Denn die Auskunft über die Höhe der anfallenden Gebühren gehört zu den Pflichten des Notars.

Gebühren und Notarkosten bei Grundschuldbestellung

Der Kauf einer Wohnung kann im Normalfall nicht ohne eine Darlehensaufnahme finanziert werden. Der jeweilige Darlehensgeber wird vor Darlehenszusage zunächst einmal die Bonität des Darlehensnehmers (Höhe des Einkommens, bestehende Kredite, Kreditgeschichte usw.) und die Werthaltigkeit des Objektes prüfen. Erst danach erfolgt eine Darlehenszusage. Die Gewährung des Darlehens wird in der Regel von der Eintragung einer Hypothek oder einer Grundschuld abhängig gemacht. Die Grundschuld wird dem Darlehensnehmer als besonders vorteilhaft verkauft. Sie hat aber einige Nachteile. Wird nämlich das Darlehen getilgt, das mit der Grundschuld gesichert ist, erlischt die Grundschuld nicht, sondern es entstehen nur Rückgewährsansprüche. Die Grundschuld bleibt vollständig bestehen. Die Rückgewährsansprüche können jederzeit gepfändet werden. Bei der – heute etwas aus der Mode gekommenen Hypothek – erlischt die Hypothek genau in demjenigen Umfang, in dem die persönliche Schuld getilgt wird. Eine Pfändung der somit erloschenen Teile der Hypothek ist nicht möglich. Für die Bestellung einer Grundschuld oder Hypothek fällt erneut eine volle Gebühr nach der Kostenordnung an. Und auch hier gilt, dass der Notar die Eintragung in das Grundbuch erst dann vornehmen muss, wenn er seine Gebühren erhalten hat.

Für die Notarkosten haftet der Käufer. Als grobe Richtschnur können in der Summe aller Notargebühren 1,5% des Kaufpreises kalkuliert werden